Wir stehen für gute Arbeit weltweit.

Nachdem ich kürzlich an dieser Stelle die Argumentationshilfe von stuhlkreis_revolte vorgestellt habe, freue ich mich, dass nun das Positionspapier „Wir stehen für gute Arbeit weltweit.“ fertig ist, das ich gemeinsam mit Ute Lange und Antje Schultheis für das berufliche Netzwerk Spinnen-Netz ausgearbeitet habe.

 

Wir stehen für gute Arbeit weltweit.

Das Spinnen-Netz ist ein berufliches Netzwerk für Querdenkende und Idealist*innen. Wir sind – angestellt oder selbständig – im Non-Profit-Bereich tätig. Die meisten unserer Arbeit- und Auftraggeber*innen sind Institutionen und Organisationen, die sich auf ganz unterschiedliche Art für eine gerechtere Welt, die Wahrung der Menschenrechte, gute Lebens- und Arbeitsbedingungen im globalen Süden einsetzen. Dem Spinnen-Netz gehören wir an, weil wir durch sinnstiftende Arbeit Gesellschaft mitgestalten wollen und weil wir uns untereinander solidarisch austauschen wollen. Hinter diesen Zielen stehen wir persönlich, die dazugehörigen Werte vertreten wir im Erwerbsleben genauso wie im Privaten.

Zu guter Arbeit gehören für uns einerseits die Themen, die durch die Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization – ILO) abgedeckt werden: Keine Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit, keine Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen. Diese Themen finden sich in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Diese sieht zudem noch einige weitere Sozialstandards vor. Unter anderem legt Artikel 23 fest: „Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.“ Hier werden existenzsichernde Löhne beschrieben, die sich in vielen Ländern deutlich vom üblichen Lohnniveau oder festgelegten Mindestlöhnen unterscheiden. Organisationen wie zum Beispiel die „Asia Floor Wage Campaign“ setzen sich dafür ein, Produkt-Labels wie das der „Fair Wear Foundation“ streben die schrittweise Implementierung von Existenzlöhnen an. Die öffentliche Hand in Deutschland trägt den menschenrechtlichen Anforderungen und den praktischen Bemühungen dahin gehend Rechnung, dass sie ihre Ausschreibungs- und Vergabe-Kriterien anpasst.

Im Widerspruch zu diesen Bemühungen und Fortschritten erleben wir allerdings immer wieder, dass auch in Deutschland Arbeitsbedingungen nicht immer diesen internationalen Vereinbarungen entsprechend gestaltet werden. Dabei beziehen wir uns vor allem – aber nicht ausschließlich – auf die Situation von Freiberufler*innen und Selbständigen, die im Non-Profit-Bereich tätig sind. Die angebotenen, erwarteten und gezahlten Honorarsätze liegen oft weit unter einem existenzsichernden Niveau. Sie missachten, dass die Freiberufler*innen und Selbständigen mit großem Einsatz und in hoher Qualität zur Arbeit der Auftraggeber*innen beitragen, sie bei der Erreichung von Zielen und erfolgreichen Durchführung von Projekten unterstützen und gleichzeitig flexibel eingesetzt werden können. Gerade Organisationen und Unternehmen, die für eine Verbesserung der Welt, die Wahrung der Menschenrechte und gute Lebens- und Arbeitsbedingungen im globalen Süden eintreten, müssen beispielhaft und glaubwürdig handeln.

Daher stehen wir für gute Arbeit weltweit. Im globalen Süden, aber auch vor der eigenen Haustür. Von den Netzwerkpartner*innen des Spinnen-Netzes und unseren Auftraggeber*innen erwarten wir, dafür zu sorgen, dass sich ihre Werte auch in den hiesigen Arbeitsbedingungen wiederfinden. Dabei möchten wir neben der Situation ihrer freiberuflichen und selbständigen Auftragnehmer*innen auch auf die vielen befristeten und oftmals gering bezahlten (Teilzeit-)Angestellten hinweisen. Wir freuen uns über alle, die diese Werte bereits umsetzen und leben. Bei Fragen zur Thematik stehen sowohl die Geschäftsstelle des Spinnen-Netzes sowie wir Unterzeichner*innen als Einzelpersonen gerne für Rückfragen zur Verfügung.

Autorinnen:

Annika Salingré, querdenker.in

Ute Lange, i3kommunikation

Antje Schultheis, Geschäftsleiterin des beruflichen Netzwerkes Spinnen-Netz

 

Wer möchte, kann auf der Seite des Spinnen-Netzes einen unterstützenden Kommentar hinterlassen.